Projektarbeit der Klasse 4c     (2001)

Einige Kinder der Klasse 4c konnten in einem weitgehend selbstständig durchgeführten Leseprojekt das Hörspiel "Tom und Mary" digital aufnehmen. In der Nachbearbeitung wurden vom Klassenlehrer passende Geräusche eingefügt.

 

Erzählerin:

 Laura N. Schaffner:  Timo S.
Tom: Andreas K. Herr Würmlein: Marius G.

Mary:

Mandy U. Herr Kröger: Jonas P.

 

Download-Möglichkeiten:

entweder in ausreichender Qualität:
ca. 7 MB,  64 kbps-mp3-File
(mit 56-Kbps-Modem ca. 25 Minuten Downloadzeit)

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oder in guter Qualität:
ca. 14 MB, 128 kbps-mp3-File
mit DSL-Anschluss ca. 5 Minuten Downloadzeit

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Und hier das Ganze zum Mitlesen:

Ein Kriminalhörspiel für das 4. Schuljahr

© R. Endrigkeit 2001

 Personen:

Tom, Mary, Schaffner, Herr Würmlein

und Herr Kröger von der Polizei

 

 

Erzähler:

 

Eine dicke Regenwolke hängt über der Burgruine von Gössenheim. Plötzlich kommt ein starker Wind auf. Die beiden Zehnjährigen Thomas und Maria, genannt Tom und Mary, lassen sich nicht vom Wetter abhalten und streifen wie fast jeden Tag durch die unheimlichen Gemäuer. Sie kennen inzwischen fast jeden Stein der alten Burg.

Tom:

Mensch Mary, ich glaube es gibt ein Gewitter. Lass uns durch die Geheimtür in den Nordturm gehen. Da sind wir vor dem Regen sicher.

Mary:

Gute Idee. Aber vielleicht sollten wir besser nach Hause gehen. Bei Gewitter könnte es in der Burg ganz schön gruselig werden.

Tom:

<lachend> Na hoffentlich wird’s da gruselig - komm schon!

Mary:

<seufzend> O.K., o.k. ...

Erzähler:

Schnell schleichen sie zu einer alten versteckten Holztür und betreten einen dunklen und muffigen Raum. Das fahle Licht des vom Gewitter bedrohten Spätnachmittags fällt durch schmale Fenster. Der Wind bläst nun immer stärker.

Mary:

Uuuaah, ist das hier unheimlich!

Tom:

Schau mal, dort hinten. Da blitzt es schon! Jetzt fängt es an zu regnen.

Mary:

Ich glaube, hier ist irgendjemand gewesen. Schau mal, ist da nicht Asche auf dem Boden?

Tom:

Richtig, hier hat jemand ein kleines Feuer gemacht.

Mary:

Vielleicht ein Stadtstreicher oder ein Obdachloser...

Tom:

<spottend> Vielleicht auch ein Räuber oder ein Mörder...

Erzähler:

Ein greller Blitz leuchtet kurz als schmales Lichtband durch den Raum. Ein lauter Donner ertönt.

Mary:

<aufgeregt> Hey Tom! Da hinten liegt was!

Tom:

Wahrscheinlich die Gebeine eines verstorbenen Ritters!

Mary:

Ach Quatsch, Papier oder sowas!

Erzähler:

Mary geht zu der Stelle, wo er das Papier gesehen hat. Es ist inzwischen sehr dunkel geworden, so dass kaum noch etwas zu erkennen ist.

Mary:

Was ist das? <enttäuscht> Ach, nur `ne alte Fahrkarte!

Tom:

Lass mal sehen! Warte, ich habe Streichhölzer dabei!

Das ist eine Zugfahrkarte. Schau mal dort - das Datum. Die ist von gestern!

Mary:

Da steht sogar die Zugverbindung: Würzburg-Gössenheim, Abfahrt 14.03 Uhr und Ankunft 14.45 Uhr. Und hier, guck mal: Abteil 7, Platz Nr. 3.

Tom:

Vielleicht hat uns der Unbekannte ja noch mehr hinterlassen; komm, wir schauen mal...

Erzähler:

Mit Streichhölzern bewaffnet machen sich Tom und Mary auf die Suche. Doch wieder ist es ein Blitz, der die beiden erstarren lässt.

Mary:

Hast du das gesehen?

Tom:

Da, auf der Stufe liegt noch was. Sah wie ein Handschuh aus...

Mary:

Nein, schau mal. Das ist ein Portmonee. Und da ist auch noch was drin.

Erzähler:

Die Freunde beginnen mit einer genauen Untersuchung der Fundsache.

Tom:

Unglaublich! Hier ist eine Kreditkarte!

Mary:

Was steht drauf? Da muss doch der Name draufstehen!

Tom:

Warte mal – du hast Recht! Hier steht: Hugo Würmlein.

Mary:

Lustiger Name. Vielleicht sind ja noch mehr Sachen im Portmonee.

Tom:

<während er das Portmonee durchstöbert> Nein! Geld ist keins drin!

Mary:

Wahrscheinlich geklaut!

Tom:

<lachend> Habe ich doch gleich gesagt, dass hier ein Räuber war!

Mary:

Meinst du wirklich? Aber, du könntest Recht haben. Vielleicht ein Taschendieb, der das Geld herausgenommen und den Rest hier einfach weggeworfen hat.

Tom:

Komm, lass uns abhauen! Es hat aufgehört zu regnen. Wir müssen diesen Hugo Würmlein finden!

Erzähler:

Die beiden Kinder verlassen den Turm. Mary hat die Fundsachen in die Hosentasche gesteckt. Den Weg hinunter zur Stadt schaffen sie heute in Rekordgeschwindigkeit.

Mary:

<bei Straßenlärm>Wo sollen wir jetzt mit der Suche anfangen.

Tom:

Wir gehen zum Bahnhof, vielleicht kriegen wir dort heraus, wo das Würmlein wohnt.

Mary:

Was sollen wir denn da? Meinst du Herr Würmlein sucht dort vielleicht nach seinem Portmonee?

Tom:

Könnte ja sein! Oder wir fragen einen Schaffner, wer gestern im Zug nach Gössenheim im Abteil 7, Platz 3 gesessen hat.

Mary:

Gute Idee!

Erzähler:

Schon bald kommen die Freunde am Bahnhof an. <Bahnhofslärm> Der Fahrkartenschalter ist nicht mehr besetzt. Kaum jemand steht auf dem Bahnsteig und schon gar kein nach einem Portmonee suchender Herr Würmlein ist zu sehen.

Tom:

Vielleicht hat Herr Würmlein noch gar nicht bemerkt, dass sein Portmonee nicht mehr da ist.

Mary:

Vielleicht hat er aber auch schon im Fundbüro nachgefragt oder er ist zur Polizei gegangen und hat dort einen Diebstahl angezeigt.

Tom:

Guck mal, da kommt gerade ein Zug aus Würzburg. Lass uns den Schaffner fragen...

 

<einfahrender Zug>

Erzähler:

Nach einer Weile steigt nur ein Schaffner aus und schaut, ob noch jemand einsteigen möchte. Zuerst beachtet er die beiden Kinder gar nicht.

Mary:

Entschuldigen Sie, könnten Sie uns bitte sagen, wer gestern im Zug nach Gössenheim im Abteil 7, Platz Nr. 3 gesessen hat?

Schaffner:

Sehe ich vielleicht aus wie ein Hellseher? Woher soll ich das wissen. Glaubt ihr vielleicht ich kenne jeden Fahrgast persönlich? Außerdem- selbst wenn ich es wüsste, dürfte ich es euch nicht sagen.

<Türen schließen, Pfiff und Abfahrt>

Tom:

Na prima, der war ja sehr freundlich!

Mary:

Was sollen wir jetzt machen?

Tom:

Zeig doch noch mal das Portmonee. Vielleicht haben wir ja irgendetwas übersehen.

Mary:

Hier! <Pause> Mensch, was ist das denn hier für ein Fach, das haben wir in der Burg noch gar nicht gesehen.

Erzähler:

Tom holt mit spitzten Fingern eine Plastikkarte aus dem Fach.

Tom:

Tataaa! Der Personlausweis!

Erzähler:

Mit geschickten Fingern dreht er ihn um.

Tom:

Na, wer sagt`s denn: Gössenheim, Buchenallee 114. Das müsste ganz in der Nähe von der Polizeiwache sein.

Mary:

Nichts wie hin!

Erzähler:

Die beiden Kinder sprinten los. Bis zur Buchenallee 114 sind es nur etwa 300 Meter. Noch außer Atem erreichen sie die gesuchte Hausnummer.

Mary:

Hier ist es! Warte! Möller, Kluge und Würmlein. Ich klingel jetzt!

Tom:

Guten Tag, Herr Würmlein. Also, wir haben da etwas gefunden, was Ihnen gehört?

Würmlein:

Hallo Kinder! Ihr habt etwas gefunden? Doch nicht etwa mein Portmonee?

Mary:

Doch, genau das!

Würmlein:

Das ist ja zu schön um wahr zu sein. Ich komme gerade von der Polizei und habe den Diebstahl meines Portmonees gemeldet. Es ist mir erst heute am Nachmittag aufgefallen als ich etwas einkaufen wollte.

Tom:

Lassen Sie mich raten: Sie sind gestern von Würzburg aus mit dem Zug nach Gössenheim gefahren. Dann haben Sie beschlossen, oben an der Burgruine spazieren zu gehen. Dort hat man Ihnen dann das Portmonee aus der Hosentasche entwendet.

Mary:

Hier, ich gebe Ihnen erst einmal das Portmonee zurück.

Würmlein:

Danke. Nein, das stimmt nur zur Hälfte. Ich bin gestern nicht mit dem Zug gekommen. Es stimmt aber, dass ich am Nachmittag zur Ruine Homburg gelaufen bin. Dabei bin ich auch am Bahnhof vorbeigekommen und hatte dann so ein merkwürdiges Gefühl.

Tom:

Was meinen Sie?

Würmlein:

Na ja, als wenn mich so ein junger Mann mit roten Haaren verfolgen würde...

Mary:

Das ist ja interessant! Da war bestimmt der Taschendieb! Aber sagen Sie mal – fehlt etwas in Ihrem Portmonee?

Würmlein:

<kramt in seiner Geldbörse> Kreditkarte, Führerschein, Personalausweis – alles da!

Ach, mein Gott! Das Geld fehlt.

Tom:

Wissen Sie, wie viel Geld Sie dabei hatten?

Würmlein:

Ja, ziemlich genau. Ich bin nämlich erst vor ein paar Tagen von einer Dienstreise aus Amerika zurückgekommen. Deshalb hatte ich noch 170 Dollar in der Tasche und genau 100 Euro. Die sind offensichtlich futsch!

Mary:

Weißt du, was mir gerade einfällt, Tom? Wenn die Fahrkarte nicht Herrn Würmlein gehörte, dann doch wahrscheinlich dem Taschendieb – oder?

Würmlein:

Welche Fahrkarte?

Tom:

Wir haben oben in der Burgruine eine Zugfahrkarte gefunden. Gestern ist jemand damit von Würzburg nach Gössenheim gefahren. Mensch, genial!  – Vielleicht bringt uns diese Karte zum Täter.

Würmlein:

Wisst Ihr was? Was haltet ihr davon, wenn wir jetzt alle zur Polizeiwache herübergehen und dort die ganze Geschichte Herrn Kröger erzählen?

Mary:

Ja, machen wir! Vielleicht kann ja die Polizei etwas mit der Fahrkarte anfangen.

Erzähler:

Aufgeregt gehen alle drei zur Polizeiwache.

Würmlein:

Guten Tag, Herr Kröger.

Kröger:

Sie schon wieder? Sagen Sie nicht, Sie haben Ihr Portmonee in der Wohnung wiedergefunden?

Würmlein:

Nein, aber die Kinder haben es in der Burgruine gefunden. Alle Ausweise sind noch da, nur das Geld ist weg. Aber jetzt kommt das Beste: Die Kinder haben neben der Geldbörse noch einen Zugfahrschein gefunden. Und ich erzählte Ihnen ja schon, dass ich gestern den Eindruck hatte, ein Mann verfolgt mich vom Bahnhof aus.

Mary:

Hier, Herr Kröger! Diese Fahrkarte haben wir heute zuerst gefunden.

Kröger:

Wo genau?

Tom:

<räuspert sich> Na ja, also wir waren an der Ruine und dann fing es an zu regnen und dann wollten wir uns unterstellen und dann haben wir so eine alte Tür entdeckt und dann sind wir da rein, also in den alten Nordturm und da lag dann die Fahrkarte.

Kröger:

<mahnend> So, so! Bei Gewitter treibt ihr euch also in den Katakomben der alten Burg herum....

Aber - <freundlich>  zeig mal her!

Erzähler:

Mary sucht in ihren Taschen nach dem Fahrschein. Sie schaut ganz verzweifelt aus. Doch dann freut sie sich.

Mary:

Hier ist er! Ich dachte schon, ich hätte den ollen Fahrschein verloren.

Kröger:

Lass mal schauen. Hmmm! Das ist nicht nur ein Fahrschein, das ist sogar eine Reservierung. Wenn wir Glück haben, dann ist der Name des Fahrgastes noch im Computer der Bahn gespeichert. Das werde ich mal schnell überprüfen.

Erzähler:

Herr Kröger geht in ein anderes Zimmer. Entfernt hören Tom, Mary und Herr Würmlein wie er mit der Polizeizentrale telefoniert.

Nach einer Weile kommt er schmunzelnd wieder.

Kröger:

Glück gehabt. Der Verdächtige wohnt in Gössenheim. Wenn Sie, Herr Würmlein und die Kinder noch ein wenig Zeit haben, dann versuche ich diese Person auf das Revier zu holen.

Erzähler:

Tom, Mary und Herr Würmlein nicken sich nur kurz zu. Herr Kröger ist schon bald darauf verschwunden. Sie hören wie er mit dem Dienstfahrzeug davonbraust.

Bereits nach einer Viertelstunden kehrt er in Begleitung eines ungepflegten, rothaarigen Mannes wieder.

Würmlein:

Das ist er! Das ist der Mann, der mich gestern vom Bahnhof aus verfolgt hat!

Kröger:

Ja, das dachte ich mir schon. Schauen Sie mal, was ich in seiner Geldbörse gefunden habe!

Erzähler:

Drei Hälse strecken sich der abgegriffenen Kunstledertasche entgegen.

Tom:

Wow, da sind ja nicht nur die 100 Euro sondern auch die 170 Dollar drin.

Mary:

Na, damit dürfte der Fall wohl eindeutig sein.

Kröger:

Du sagst es. Er hat auch nichts bestritten. Die Beweise sind überdies eindeutig.

Erzähler:

Nachdem Herr Würmlein sein Geld zurückbekommen hat, verabschiedet er sich gut gelaut von den Beiden.

<Straßenlärm>

Würmlein:

Hört zu, ich bin euch wirklich sehr dankbar. Denn ihr habt mir nicht nur das Portmonee zurückgebracht, sondern auch dafür gesorgt, dass ich das geklaute Geld wieder habe. Als kleines Dankeschön habe ich mir Folgendes ausgedacht: Ich habe am Rathausplatz ein kleines Spielwarengeschäft. Vielleicht kennt ihr es ja. Ihr dürft euch jeder dort etwas Schönes aussuchen. In Ordnung?

Tom:

Hey, super! Wir kommen bestimmt morgen vorbei. Wiedersehen!

Würmlein:

Bis morgen, auf Wiedersehen!